Die Hassliste

Die Hassliste von Jennifer Brown

 

Dieses Buch wurde mir von Amazon vorgeschlagen. Es stand also in meiner Top 10 und ich habe es heruntergeladen, weil es den niedrigsten Preis und eine recht interessante Story zu bieten hatte. Ich wurde im Grunde nicht enttäuscht. Hier ist erst mal die Geschichte in ein paar Sätzen zusammen gefasst und dann beginne ich erst mit der eigentlichen Kritik.

 

Disclaimer:

Valerie führte mit ihren Freund Nick eine Liste mit Mitschülern die sie nicht mochte. Sie gaben ihr den Namen "die Hassliste". Für Valerie war dies nur ein Ritual, dass sie mit Nick verband, doch Nick nahm diese Liste viel ernster. In der Cafeteria eröffnete er das Feuer und erschoss 6 Mitschüler. Valerie stoppte den Amok Lauf, in dem sie sich vor eine Mitschülerin schmiss. Valerie überlebt das Attentat und wird wochenlang verhört. Viele sehen sie nicht als Heldin an (was sie eigentlich sein sollte), sondern als Verbündete von Nick und Auslöser der Tragödie.

 

Der Schreibstil:

Der Schreibstil von Jennifer Brown hat mich besonders beeindruckt. Auch die Aufstellung der Geschichte ist ihr gut gelungen. Die Geschichte wird in drei Teile aufgeteilt. Der erste Teil handelt um die Vergangenheit von Valerie. Hauptsächlich handelt es sich um das Mobbing von Mitschülern an Valerie und Nick, das Kennenlernen von Nick und Valerie und um die Familien der beiden. Hier hätte ich mich aber immer noch über mehr Informationen gefreut. Der erste Teil hätte also etwas länger sein können. Der zweite Teil thematisiert hauptsächlich den Tag des Amoklaufs. Stück für Stück erzählt Valerie über diesen Tag, dazwischen rutscht sie aber immer wieder in die eigentliche Geschichte. Das bringt einen am Anfang etwas durcheinander. Dazwischen werden auch immer mal wieder ein paar Zeitungsartikel gezeigt. Im zweiten Teil hätte ich mich irgendwie über einen Sichtwechsel zu Nick gefreut (und das obwohl ich ständige Sichtwechsel hasse !). Der dritte Teil handelt um die Zeit nach dem Amoklauf.


Ich fand die Zeitaufteilung gut, aber irgendwann verliert dieses Buch auch mal die Struktur. Im ersten und zweiten Teil konnte ich irgendwann nicht mal mehr sagen, in welcher Zeit ich mich befand. Sie rutscht immer mal wieder zwischen einen Chaos und einer Struktur hin und her.

Die Autorin hat die Geschichte recht gut nieder geschrieben. Besonders gut fand ich auch, dass sie ein paar Charaktere eingebaut hat die Valerie nicht gehasst haben. Zum Beispiel der Verständnisvolle Psychologe ist ein sehr guter Begleiter für Valerie gewesen.

 

Die Charaktere:

Bis auf den Psychologen (der mir richtig ans Herz gewachsen ist) gab es noch andere interessante Charaktere. Da gab es zum Beispiel noch das Mädchen vor das sich Valerie schmiss. Sie dankte ihr und versuchte lange zeit sich mit Valerie anzufreunden. Am Ende wurden sie sogar Freunde und das, obwohl Valerie sie damals selber auf die Liste gesetzt hatte.

 

Valerie gehört zu einen meiner Lieblingscharaktere in Bücher. Ich glaube ich werde noch länger an diese Geschichte denken und sie vielleicht nochmal lesen. Besonders angetan von ihr war ich als sie sich mit den Verwandten der Opfer zusammensetzte und über die Tragödie sprach.

 

(Tut mir Leid, dass ich die meisten Namen nicht mehr kenne, aber ich bin echt verdammt schlecht darin !)

 

Spannung:

Was ich am Anfang total klasse fand, dass man total von der Geschichte mitgerissen wurde. Man hat die erste Seite aufgeschlagen und sofort empfing einen die pure Spannung. Leider wurde sie nicht die ganze Zeit gehalten und ließ dazwischen immer mal wieder nach. Man könnte sogar sagen, sie wurde dazwischen immer mal wieder langweilig. Das Ende kehrte erst wieder am Ende zurück.

 

Zur Geschichte:

Das Buch ist nicht gerade das Typische Buch über einen Amoklauf, es zeigt wie die Freundin des Amokläufers nach der Tat leben muss. Sie wird von allen als Monster bezeichnet und das, obwohl sie mit der Tat nichts zu tun hatte. Sie wusste nichts und wurde trotzdem von ihrer Familie, der Polizei, im Prinzip der ganzen Welt als Mittäterin bezeichnet. Valerie versucht ihrer Familie klar zu machen, dass Nick auch eine gute Seite hatte und nicht der blutrünstige Attentäter ist, als den er dargestellt wird.

 

Manchmal verstehe ich nicht warum die Autorin sinnlose Aktionen in ihr Buch hinein geschrieben hat. Zum Beispiel der Ausflug in die Kunst und die verrückte Kunstlehrerin. Was hatte sie bitte schön mit der Geschichte zu tun ? vielleicht könnte mich ja jemand aufklären.

 

Mein persönliches Fazit:

Die Geschichte ist gut geschrieben, jedoch ist sie keine leichte Lektüre für den Abend. Sie greift immer wieder ein paar Fragen auf. Die beiden wichtigsten Fragen im Buch sind: "Hat Valerie Nick wirklich gekannt ?" und die Frage ob sie eine Mittäterin oder ein Opfer des Amoklaufes ist. Die Fragen bleiben am Ende unbeantwortet, jeder kann sich selbst seine Meinung darüber bilden. Auf die erste Frage bekomme ich irgendwie keine Antwort zusammen. Bei der zweiten Frage kann ich aber sagen, dass sie für mich ein Opfer der Tat ist.

 

Jennifer Brown schildert die Geschichte sehr realistisch. Jeder Gedankengang von Valerie wird detailliert beschrieben. Die Autorin schafft es auch sehr gut die kurzzeitige "Ohnmacht" von Valerie direkt nach dem Amoklauf zu schildern. Mit den Gefühlen von Valerie wird nicht übertrieben, so bekommt man nicht den Eindruck das alles viel zu schnulzig geworden ist. 

 

von 5

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